Roman „Selbiger“ von Marco Kunz erschienen

„Der aus der Zeit gefallene junge Poet Bodo Selbiger wohnt Mitte der Neunziger Jahre in einem idyllischen mittelhessischen Residenzstädtchen. Schon als Kind träumte er sich lieber in Phantasiewelten hinaus, weil er völlig anders war als alle Gleichaltrigen und außerdem absolut unfähig sich zu wehren.

Er schwärmt für Rilke, Jean Paul und Hölderlin, erkennt die ewige Gerechtigkeit in einem Basketball-Wettwerfen von Kindern auf einem Schulhof, spürt die Unsterblichkeit der Seele in einem einsamen Tanz auf einer duftenden Sommerabendwiese, rezitiert auf Feldwegen laut Duineser Elegien, worauf er von dauergewellten Bürgersfrauen angeschaut wird, als ob er gerade einem UFO entstiegen sei, und hat eine solche Angst vor Hunden, dass er regelrechte existenzielle Konfilkte erlebt, wenn er nur einen von weitem sieht oder hört. Außerdem ist er mit einem philosophierenden graubärtigen pfeifenrauchenden Kneipenwirt befreundet und randständiger Gast in einer Kiffer-Hippie-Grunge-Clique. Doch dann tritt plötzlich die zunächst unscheinbare, dann aber geheimnisvoll-verführerische Nadja in sein Leben, das bisher jedem näheren Kontakt mit dem anderen Geschlecht ausgewichen war …

Einen Roman mit soviel romantischem Geist hat die deutsche Literatur lange nicht mehr gesehen. In einer poetisch ausladenden, verspielten Sprache erzählt Marco Kunz in seinem Ende der Neunziger Jahre verfassten Jugendroman die Geschichte eines Anti-Helden alten Schlages, eines Spinners und Phantasten, der manchmal fast wie ein Wiedergänger des Studenten Anselmus von E.T.A. Hoffmann im letzten Jahrzehnt des zweiten Jahrtausends wirkt.

Ein quasi auktorialer Erzähler kommentiert in klassischer Manier hin und wieder das Geschehen und streut gelegentlich eigene Reflexionen und Zwischenreden ein. Ein literarisches Update der deutschen Romantik und ein zu entdeckendes Kleinod für jeden, der Freude an romantischer und klassisch-moderner Erzählkunst von Jean Paul bis Hesse und Proust hat.“

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